***** Fast 2 Jahre hatte David Bowie seine riesige Fangemeinde auf ein neues Album warten lassen. 1979 präsentierte er „Lodger“, das anders klang, als die drei phänomenalen Vorgänger „Station To Station“, „Low“ und „Heroes“. Zwar gibt es auch hier einige kleine musikalischen Experimente, die aber erst bei mehrmaligen Anhören auffallen. Auf „Lodger“ überwiegen gradlinige Rocker und mit „Boys Keep Swinging“ und „D.J.“ warf es zwei Singlehits ab. Das Album beginnt mit „Fantastic Voyage“ relativ gemäßigt. In „African Night Flight“ bietet er Elemente afrikanischer Musik. Ein eher sperriges Stück, aber nicht ohne Reiz. „Move On“ klingt ein wenig nach New Wave. Das gleiche gilt auch für das herrlich verschrobene „Yassassin“. Nicht nur der Titel ist türkisch, auch die Violineneinlagen von Simon House sorgen für einen orientalischen Flair (die Violineneinlagen erinnern mich ein wenig an „Kashmir“ von Led Zeppelin). „Red Sails“ ist ein poppiger Rocker mit einer herrlich verzerrten Gitarre. Das als Single ausgekoppelte „D.J.“ erinnert an Bowies 76er Hit „TVC 15“. Das Stück ist zwar auf seine Art eingängig, konnte mich aber nie richtig überzeugen. Richtig gut ist das stark nach New Wave klingende „Look Back In Anger“. Die erste Singleauskopplung aus „Lodger“ war das rockige „Boys Keep Swinging“, das Mitte 1979 bis in die englischen Top 10 kam. Das Stück ist zwar nicht unbedingt ein Highlight im Gesamtwerk David Bowies, bot aber Anno 1979 inmitten unzähliger Discohits eine echte musikalische Alternative. „Repetition“ und „Red Money“ klingen wieder nach New Wave, ohne allerdings so oberflächlich zu sein als das, was zum damaligen Zeitpunkt ein Großteil der New Wave Bands boten. Wie schon die Vorgänger ist auch „Lodger“ kein leicht verdauliches Album. Man muß sich schon Zeit nehmen, um sich mit der Musik anzufreunden. Allerdings ist „Lodger“ auch nicht das beste Bowie Album der 70er Jahre. Trotzdem, gut ist es allemal, weil es eine Fülle von Feinheiten in sich birgt, sich erst nach und nach offenbaren. Allerdings ist „Lodger“ nicht für Leute geeignet, die die Musik David Bowies einmal kennenlernen möchten. |