****** 2006 war es wieder soweit. Ohne das man's merkt, schwupp, ist sie plötzlich da, eine neue Platte der Progressive – Jazz – Punk – Salsa – New Krautrock Helden The Mars Volta (At The Drive In Erben- zumindest die andere hälfte). Wie schon "De-loused In The Comatorium" und "Frances The Mute" entzieht sich auch das neue Album "Amputechture" jeglicher Genres, wie üblich ist auch dieses perkussiv und voller wilder Songideen und -strukturen. Anders als derVorgänger "Frances The Mute" ist "Amputechture" jedoch eingängiger. Die teilweise extrem ausufernden Soundorgien sind der seltsamen Kollaboration von Cedric Bixlers Stimme und der Gitarrenfrickelei von Chili Pepper John Frusciante gewichen. Der OPener "Vicarious Atonement" erinnert allerdings noch sehr an "Frances The Mute". Ausufernd und etwas zerfasert zieht es sich über lange, experimentelle sieben Minuten hin um dann abrupt abzubrechen. Doch "Tetragrammaton", der zweite Song, nimmt diesen Eindruck ganz schnell wieder weg. Die Tempi wechseln quasi sekündlich von ungefähr 9,5 Achtel Takt zu 6,3 Vierteln, und alles wird überrannt von einer Unmenge wüster aber toller Songideen die an jeder nur erdenklichen Stelle hineingestopft werden. John Frusciante ist ebenso in Bestform wie Omar Rodriguez-Lopez, der eigentliche zweite The Mars Volta Kopf. Cedric Bixler wiederum schwingt seine Stimme in Höhen von denen Bands wie Wolfmother nur vorsichtig träumen können, in Robert Plant manier. Dies zieht sich über mehr als 16 Minuten hin, denn auch auf dieser Platte ist keiner der gerade mal acht Songs kürzer als sechs Minuten. Auch die Sontitel sind sehr verkopft und klingen, wenn es sich nicht um eigene Schöpfungen wie "Meccamputechture" handelt, teilweise nach religiösen Namen, wie zum Beispiel "Asislos Magdalena" oder "Day Of The Baphomet". Bixler erwähnte auch kürzlich in einem Interview, dass er sich durchaus von religiösen Themen zu seinen Texten inspirieren lasse – allerdings weil er Religionen als den Grund für die meisten Konflikte sähe und deswegen so fasziniert von ihnen sei. Man kann Bixler und Rodriguez höchsten vorwerfen, das sie mit "Amputechture" das The Mars Volta-Rad nicht unbedingt neu erfunden haben. Doch hörerfreundlicher als "Frances The Mute ist" dieses Album allemal, sind doch Stücke wie "Meccamputechture" für Mars Volta Verhältnisse regelrecht eingängig, so dass man darüber hinwegsehen kann. Und gut zu wissen das die beiden bei aller Ernsthaftigkeit auch noch Humor haben – die gelegentlich aus dem nichts auftauchenden Salsa – Infernos bringen noch jeden zum Grinsen. *g*
Last edited: 22.03.2007 00:18 |